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Tarantula
Tarantula

Sie sind
groß, langbeinig, behaart - und für die meisten Menschen wahrscheinlich
ein echter Albtraum: Vogelspinnen gehören zu den größten
Spinnen überhaupt und bevölkern mit über 800 Arten alle tropischen
und subtropischen Regionen der Erde. Sie verfügen über Giftzähne
und ihr Biss kann ziemlich schmerzhaft sein. Trotzdem können sie
einem Menschen nicht ernsthaft gefährlich werden. In der Regel ist
die Wirkung des Giftes nicht schlimmer als ein Wespenstich. Doch
das hat die Vogelspinnen nicht vor dem schlechtesten Ruf im ganzen
Tierreich bewahrt. Ihr englischer Name "Tarantula" ist zum Inbegriff
für das achtbeinige Urzeitmonster, die "Mörderspinne" schlechthin,
geworden, an dem selbst Hollywood nicht vorbeikam. Dabei ist die
eigentliche Tarantel, die in Süditalien lebt, völlig harmlos und
hat mit den Vogelspinnen gar nichts zu tun...
Auch in Sri
Lanka verbreiten die haarigen Krabbeltiere bis heute Angst und
Schrecken. In den Bergwäldern der Tropeninsel leben die so genannten
Baumvogelspinnen der Gattung Poecilotheria. Versteckt in
Baumhöhlen lauern sie ihrer Beute auf: Insekten, Eidechsen, Geckos
und kleine Nagetiere stehen auf ihrem Speiseplan. Durch den Biss
der Vogelspinne wird das Opfer nicht nur betäubt - das Gift zersetzt
auch den Fang von innen. Denn die Spinne kann ihre Beute nicht kauen,
sondern muss sie verflüssigen und dann aussaugen.
Natürlich
kommt es auch vor, dass Menschen gebissen werden. Denn die
dringen immer weiter in den Lebensraum der Spinnen vor. Muskelkrämpfe
und Fieber sind dabei die schlimmsten Folgen - doch das reicht,
um die "Taranteln" bei den Singhalesen in Verruf zu bringen.
Der Spinnenforscher
Tennakoon Arachchige Wijayasiri kämpft schon seit Jahrzehnten gegen
das schlechte Image der Vogelspinnen auf Sri Lanka. Obwohl
es ihm an den Mitteln seiner westlichen Kollegen fehlt, ist er inzwischen
weltweit als Experte gefragt. In seinem kleinen Labor mitten im
Dschungel hat er ein ganzes Sammelsurium giftiger Tiere und Insekten
zusammengetragen. Doch sein bevorzugtes Forschungsobjekt sind die
"Taranteln". Unermüdlich beobachtet er ihr Verhalten, sucht nach
neuen Arten und analysiert die Wirkung des Spinnengiftes, welches
mittlerweile auch von der Pharmaindustrie begehrt ist.
Helmut
Mülfarth hat den Wissenschaftler auf seinen Streifzügen durch
den Dschungel von Sri Lanka begleitet und wurde sogar Zeuge, wie
Wijayasiri eine neue Spinnenart entdeckte!
Tennakoon
A. Wijayasiri

Der Forscher
Tennakoon Wijayasiri hat sein eigenes kleines Labor mitten im Dschungel.
Dort arbeitet er zusammen mit seiner Assistentin. Schon seit Jahrzehnten
beobachtet der Spinnenforscher die fünf verschiedenen Vogelspinnenarten
und auch andere giftige Tiere und Insekten, die es auf Sri Lanka
gibt.
Mit seiner
Forschung möchte Tennakoon Wijayasiri wichtige Aufklärungsarbeit
leisten. Er versucht die Bevölkerung mit geeigneten Vorsichtsmaßnahmen
zu schützen, denn diese hat große Angst vor den Vogelspinnen, obwohl
sie nicht lebensgefährlich giftig sind.
Außerdem
will der Wissenschaftler mehr über die Lebensgewohnheiten
der Tiere herausfinden. Zum Beispiel geht er der Frage nach, warum
die Vogelspinnen einige Schmetterlingsarten als Beute ansehen
und andere wiederum nicht. Dafür hat er mit der Schmetterlingszucht
angefangen, um die Tiere in jeder Entwicklungsphase beobachten zu
können.
Tennakoon
Wijayasiri ist es gelungen, eine neue Spinnenart zu entdecken.
Wichtig dafür ist die enge Zusammenarbeit mit dem örtlichen Veterinär
und Wissenschaftlern anderer Universitäten. Diese geben ihm die
letztendliche Bestätigung für die Entdeckung seines neuen Fundes.
Das Interesse des Forschers liegt darin, ob sich die verschiedenen
Vogelspinnenarten untereinander paaren und ob sich die Lebensräume
der Spinnen stark voneinander unterscheiden.
Sri Lanka

Sri Lanka,
früher Ceylon, liegt im Indischen Ozean. Die Insel hängt wie ein
Tropfen am Südende des indischen Subkontinents und ist von ihm durch
die an der engsten Stelle nur 36 km breite Meerenge von Palk getrennt.
An der Nord- und Westküste erstrecken sich tief liegende Küstenebenen
ins Landesinnere. Die mittleren und südlichen Gebiete sind hügelig
und bergig. Die höchste Erhebung ist der Pidurutalagala mit 2.524
m.
Mit einer
Länge von 434 km und einer Breite von 225 km ist Sri Lanka ungefähr
so groß wie der Bundesland Bayern. Die Hauptstadt Sri Lankas ist
Colombo, der Regierungssitz befindet sich in Sri Jayewardenepura.
Die ca. 19 Millionen Einwohner der Insel setzen sich zusammen aus
Buddhisten (69 %), Hindus (15 %), Moslems und Christen.
Der Guerillakrieg
der "Tamil Tigers" gehört auf der sonst so scheinbar friedlichen
Insel zum Alltag. Der Hintergrund ist ethnisch-religiöser Natur.
Seit Mitte der 80er-Jahre gibt es heftige und blutige Auseinandersetzungen
zwischen zwei Volksgruppen im Land, den zahlenmäßig überlegenen
Singhalesen und den hinduistischen Tamilen. Seit 1990 haben die
"Tamil Tigers" die Kontrolle im Norden.
Durch die
vielen eingewanderten Völkergruppen werden auf Sri Lanka verschiedene
Sprachen gesprochen. Die Amtssprachen sind Singhalesisch und Tamilisch,
die Handels- und Bildungssprache ist Englisch, aber auch Malaiisch
wird hier gesprochen.
Die Singhalesen
begreifen sich als Bauernvolk und sind auch in erster Linie in der
Landwirtschaft tätig. Neben Reis, Mais und Kautschuk wird hier auch
der berühmte Ceylon-Tee angebaut. Auf den Teeplantagen im Hochland
arbeiten hauptsächlich Tamilen, die während der britischen Herrschaft
nach Sri Lanka eingewandert sind. Die Moors, Nachfahren arabischer
Händler, arbeiten vorwiegend im Handel, z.B. mit Edelsteinen und
im Dienstleistungsbereich.
Sri Lanka
heißt auf Deutsch: "Strahlend Schöne". Nicht umsonst wurde diese
tropische Insel so getauft. Sie beeindruckt durch palmenumsäumte
Traumstrände, eine üppige Vegetation und atemberaubende Berglandschaften
im Landesinneren. Sie hat eine reiche Kultur und Geschichte mit
historischen Tempeln und Monumenten. Die Kultur ist sehr durch den
Buddhismus der singhalesischen Königreiche geprägt. Dieser verbietet
es den Menschen unter anderem, jegliches Tier zu töten.
Der Reichtum
und die Schönheit der natürlichen Pflanzen- und Tierwelt Sri Lankas
ist trotz mancher Eingriffe des Menschen erhalten geblieben. Sri
Lanka besitzt einige Naturschutzreservate, wo wilde Elefanten, Büffel,
Leoparden, Rotwild, Wildschweine, Riesenechsen und der seltene Lippenbär
leben. In- und außerhalb dieser Naturschutzgebiete finden sich unzählige
Vogelarten, aber auch so unbeliebte Tiere wie die Vogelspinne.
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Erfahrungsberichte
jeglicher Arten bitte an: t.maerklin@poecilotheria.com
Ich
werde alle Zusendungen seriös behandeln.
Update:
02. September, 2002 / TM
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