Bissbericht "Poecilotheria subfusca" von einem Vogelspinnenkollegen

Bissbericht
Poecilotheria subfusca

Daten zu Person und Tier:
Gebissene Person: männlich, 37 Jahre, 1,73 m, 92 kg, keine Krankheiten oder Allergien.

Tier: Poecilotheria subfusca 0.1, adult Kl 5 cm, seit 3 Wochen verpaart

Bilder der Tieres:

Situation:
28.12.2008 um 08:15 Uhr wollte der Halter das Poecilotheria subfusca Weibchen mit ihrer Wohnröhre aus dem Terrarium holen. Der Bock befand sich auch noch im Terrarium. Mit Blick auf ihn übersah er das Weibchen, welches sich außerhalb hinten auf der Korkröhre aufhielt. Vermutlich wurde sie durch den Griff nach der Korkröhre eingeklemmt und hat sich daher durch den Biss verteidigt. Der Biss ging in die Kuppe des linken Zeigefingers und war sehr schmerzhaft. Es trat etwas Blut aus, dann verschloss sich die Bissstelle.

Symptome:
08:16 Uhr: Um die Giftwirkung zu vermindern, wurde die Hand schnellstens unter fließend heißes Wasser gehalten. Ein stechender Schmerz, Kribbeln und Taubheitsgefühl breitete sich von der Fingerkuppe über den gesamten Finger aus. Der Finger schwoll komplett an.
08:25 Uhr: Mit Eis wurde anschließend versucht die Schmerzen zu betäuben. Das half nur kurzfristig und sobald die Kühlung nachließ, setzte sofort ein noch heftigerer Schmerz ein und es wurde auf eine weitere Kühlung verzichtet.
08:45 Uhr: Innerhalb von einer halben Stunde breitete sich der Schmerz über das Handgelenk bis in den Unterarm aus. Die Beweglichkeit der Hand und des Fingers war vollkommen eingeschränkt.
10:15 Uhr: Zwei Stunden nach dem Biss ließen die Schmerzen langsam nach, die Beweglichkeit war bis zum Handgelenk wieder gegeben und nur die Bissstelle schmerzte noch ein wenig. Der Finger war weiterhin angeschwollen, taub und unbeweglich.
16:30 Uhr: Etwa acht Stunden später setzten erste Krämpfe in den äußeren Extremitäten anfangs in den Zehen ein und eine Stunde später breitete sich ein beklemmendes Gefühl um den gesamten Brustkorb aus. Nahezu jede Bewegung verursachte starke Krämpfe und ein Aufstehen von Stuhl oder Couch fiel immer schwerer. In der Nacht war ein Durchschlafen kaum möglich da es immer wieder zu Krämpfen in allen Muskeln des Körpers kam, besonders schlimm waren die Waden betroffen. Selbst im Unterkiefer und Hals kam es durch Gähnen oder Niesen zu Krämpfen.
29.12.2008: Etwa 24 Stunden nach dem Biss ließen die Krämpfe langsam nach und beschränkten sich überwiegend auf Beine und Arme. Jegliche Aktivität bewirkte wiederum ein Verschlimmerung und führten bei anschließender Ruhe wiederum zu Krämpfen. Vor allem die Fußsohlen schmerzten sehr und Laufen war kaum möglich. In der folgenden Nacht gab es keine Krämpfe mehr und Durchschlafen war möglich.
30.12.2008: Etwa 48 Stunden nach dem Biss schmerzten nur noch die Fußsohlen und der Außenriss extrem beim Laufen. In den zwei Folgenächten kam es nochmals zur je einem langanhaltenden Krampf in den Schienbeinmuskeln.
03.01.2008: Eine Woche nach dem Biss lassen die Muskelschmerzen langsam nach. Schnelle und übermäßige Bewegung führt noch immer zu Krämpfen vor allem in den Beinen.
11.01.2008: Zwei Wochen nach dem Biss sind die Beschwerden Vollständig abgeklungen.

Therapieversuche:
Es wurde zunächst versucht die Giftwirkung durch heißes Wasser zu vermindern, da die Gifte meist hitzeempfindlich sind. Die Schmerzen im Finger konnten durch anschließende Kühlung nur kurzfristig gemindert werden.
Die Einnahme eines Schmerzmittels (Ibuprofen 300) nach Einsetzen der ersten Krämpfe zeigte keinerlei Wirkung. Vorsorglich wurden Mineralien (Magnesium) und Vitamine eingenommen um die Krämpfe zu mildern. Inwiefern diese helfen kann aber nicht beurteilt werden, die Dosierung wurde in den ersten Tagen etwas höher als in der Packungsbeilage empfohlen gewählt.

 

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Ich werde alle Zusendungen seriös behandeln.

Update: 25. Januar, 2009 / TM

   

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